Montag, 21. Dezember 2015

Sie arbeiten gerade Ihre To-do-Liste ab? Wissen vor lauter Hektik und Stress nicht, wo Ihnen der Kopf steht? Die Staus auf den Straßen ziehen Ihnen den letzten Nerv?
Die Besorgungen fürs Festtagsessen arten gerade in einen Marathon aus? Sie glauben, halb Österreich ist am Verhungern? Das Einfallen einer Heerschar von Verwandten erinnert sie an die Hunnen?
Kleine Kinder nerven Sie mit den Fragen nach dem Christkind? Größere Kinder maulen, weil sie mit der Familie Xmas feiern sollen und nicht Party machen dürfen?
Der Christbaum gehört noch aufgeputzt? Die Katze will sich auf dem Stamm die Krallen schärfen, nachdem Sie gerade die letzte Kugel platziert haben? Der Hund wedelt vor Begeisterung mit dem Schwanz und zwei Sekunden später fragen Sie sich, ob Scherben wirklich Glück bringen? 
Hängen Ihnen die seit November gehörten, immer gleichen Lieder beim Hals heraus? Können Sie Punsch und Kekse nicht mehr sehen? Raufen Sie sich die Haare wegen der Geschenke und der Grußkarten? 
Wollen Sie die Zeit ab Mitte Dezember am liebsten abschaffen? Möchten Sie einschlafen und erst wieder am 10. Jänner erwachen?
Sitzen Sie am Hl. Abend allein zu Hause, weil alle anderen – und vor allem das Leben – Sie vergessen haben?

Schließen Sie die Augen, atmen für eine Minute ruhig und gleichmäßig. Spüren Sie Ihren Herzschlag und fühlen Sie das Pulsieren Ihres Blutes in den Adern. Denken Sie an nichts.
Und nach dieser Minute des Innehaltens öffnen Sie wieder die Augen. Sagen sich, dass es ganz viele Menschen gibt, denen es wesentlich schlechter als Ihnen geht. Dass das Schicksal Ihnen nur so viel aufbürdet, wie Sie auch tragen können. Und dass Sie leben – JETZT. Und dass DIESER Moment unwiederbringlich ist. 
Nicht was gestern war oder morgen sein wird, ist wichtig. Nur der gegenwärtige Augenblick zählt!
Dass Sie daran denken, immer öfter, wünsche ich Ihnen von Herzen. In diesem Sinne: 

Ein besinnliches Weihnachtsfest mit viel Freude, Zeit für Erholung und einer großen Dosis Emotion!











 

Samstag, 12. Dezember 2015




     Maria konnte sich noch gut an die Weihnachtsauslage des großen Kaufhauses ihrer Heimatstadt erinnern. Jedes Jahr war dort eine bezaubernde Winterlandschaft mit beweglichen Figuren aufgebaut. Fliegende Engel, ein gütig lächelnder Nikolo, das Christkind verborgen in einer Krippe mit Stroh. Größere Spielsachen wie als Rahmen drapiert oder kleinere als Dekoration dazwischengestreut. Und eine Eisenbahn mit Dampflokomotive, die sich zwischen all diesen Kinderträumen hindurchschlängelte.
     Sie hatte sich regelmäßig die Nase an der Scheibe platt gedrückt und einmal angesichts dieser Herrlichkeiten lauthals begeistert verkündet: „Das alles mir gehört!“ Warum alle Umstehenden ein Lachen hören ließen, verstand sie damals nicht. Doch nun zauberte die Erinnerung an diesen Moment ein allzu wehmütiges Lächeln in ihr Gesicht.
     Es hatte sich nicht viel geändert. Heute war statt des Weihnachtszaubers die ganze Welt in der Auslage ausgebreitet. Präsentierte ihre anziehende Schönheit, fremde Länder mit wunderschönen Landschaften, faszinierende Natur in einem bunten Kaleidoskop, beeindruckende Bauwerke, lockende Melodien der Ferne.
     Doch Maria stand außerhalb, in der Kälte, wollte nach der Fülle des Lebens ihre Hände ausstrecken, doch berührte nur kaltes Glas, das sie von allem abschloss, sie trennte von allem, was kraftspendende Freude versprach. Würde sie jemals noch einen Abglanz aller lockenden Herrlichkeiten erhaschen? Sie fühlte sich noch viel zu jung, um wunschlos zu sein. Spürte noch zu sehr das sehnsüchtig pulsierende Blut in ihren Adern. Wollte die Rebellion in ihren Gedanken noch nicht begraben.

Freitag, 11. Dezember 2015

Wieder einige Zeilen aus meiner Erzählung:

        Doch der Regen war von Nebel abgelöst worden, wie eine trügerisch verhüllende Watte über die Stadt gehängt. Das Hässliche verbarg er wohltuend, das Schöne entfaltete sich zart wie eine Fata Morgana und einige bunte Punkte wurden wie ein letzter Gruß der Natur aus dem nieselnden Grau hervorgezaubert.
     Eine eigene Atmosphäre, zwischen leicht abweisend und sanft einhüllend. Eine Stimmung - die Klarheit verweigerte, nur vosichtiges Weitertasten gestattete. Wo Einsamkeit eine Erlösung, aber auch niederdrückende Qual sein konnte.



Freitag, 4. Dezember 2015

Doch auch Maria war einmal jung, zwanzig Jahre, und traf auf ihre erste große Liebe. Da war der Advent mit zarten Tönen überhaucht, die Melodien eine Untermalung des eigenen Herzklopfens und die weihnachtlichen Dekorationen ein Rahmen für ihr Universum zu zweit.

Wie es in der Erzählung steht: 



     .........  Maria und Roland flanierten durch die festlich geschmückten Straßen.
     Alles überwach in sich aufnehmend und doch nur auf sie zwei konzentriert. In kurze Zeit hinein drängend, was immer möglich war, Nähe, Zärtlichkeit, Leidenschaft.
     Im Wunsch nach Unendlichkeit und im Bewusstsein der Flüchtigkeit. .........



Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Sie sind der Ansicht, dass meine Geschichte zu pessimistisch wirkt?



     Nun, die Protagonistin Maria ist mehr als ein halbes Jahrhundert auf der Welt. Das Leben hat ihr viele Herausforderungen gebracht, (Tief-) Schläge zugefügt, Grenzen nachhaltig aufgezeigt. 
     Sie musste immer kämpfen, was sie müde, desillusioniert, traurig und manchmal resigniert machte. 
     Doch irgendwo in ihr brannte trotz allem eine kleine Flamme der Hoffnung, zuckten Fragmente von Träumen durch ihre Seele, streifte die Zuversicht ihr Herz, weil Aufgeben für sie niemals eine Option war.